Soziale Unterstützung| Definition |soziales Netzwerk| Stress |Stressbewältigung| Zusammenhang soziale Unterstützung und Gesundheit

Inhaltsverzeichnis:

Soziale Unterstützung

Eine der wichtigsten Ressourcen in unserem Leben ist die soziale Unterstützung. Jeder kennt eine Situation, in der eine haltende Hand oder auch eine Schulter zum Ausweinen benötigt wird. Die Hilfe anderer sorgt dafür, dass wir uns wieder wohl fühlen. Positive Auswirkungen hat die soziale Unterstützung auch bei Stress. Sie gehört zu den Schutzfaktoren und ist eine der meist untersuchten Ressourcen. In diesem Artikel wird die Bedeutung der sozialen Unterstützung im Zusammenhang mit Stress dargestellt und welche positiven Effekte sie aufzeigt.

Was ist soziale Unterstützung?

Der Begriff und auch das Konzept hinter diesem Ausdruck ist ursprünglich aus der Sozialepidemiologie, der Medizinsoziologie und der Gemeindepsychologie. Er wird als Sammelbegriff verstanden. Zudem umfasst er „Fremdhilfen, die dem einzelnen durch Beziehungen und Kontakte mit seiner sozialen Umwelt zugänglich sind. Diese tragen dazu bei, dass die Gesundheit erhalten bzw. die Krankheiten vermieden, psychische und somatische Belastungen ohne Schaden für die Gesundheit überstanden und die Folgen von Krankheit bewältigt werden“ (Badura 1981).
Die Unterstützung kann von Lebenspartnern, Freunden, Familienmitgliedern aber auch Vereins- und Organisationsmitgliedern (z.B. Arbeitskollegen) gegeben werden.
Sie kann sich nach House (1981) in verschieden Ausprägungen äußern:

  1. Emotionale Unterstützung (Liebe, Zuneigung, Vertrauen, Zuspruch,…)
  2. Instrumentelle Unterstützung (Konkrete Hilfen wie finanzielle Unterstützung, Übernahme von Haushaltstätigkeiten, o.ä.)
  3. Informative Unterstützung (Informationen, die helfen, ein Problem in den Griff zu bekommen)
  4. Bewertende Unterstützung (Bewertungen, die Personen Wertschätzung, Anerkennung o.ä. entgegenbringen)

Stress und soziale Unterstützung

Der Faktor ist eine Ressource, wenn es um das Thema Stressbewältigung geht. In Forschungen wurde festgestellt, dass soziale Unterstützung in direktem positiven Zusammenhang zu psychischem und körperlichem Wohlbefinden steht. Zudem kann sie gegen die schädlichen Auswirkungen von Stress helfen. Dabei wird davon ausgegangen, dass soziale Beziehungen hilfreich und problemlösend sind und die Anpassung an stressreiche Lebensereignisse erleichtern. Die Verwundbarkeit für stressbezogene Störungen des psychophysischen Befindens lässt sich dadurch vermindern (Rook, 1985).
Auch die Kehrseite wurde in einer Studie in den 1950er Jahren untersucht. So wirken soziale Belastungssituationen, eingeschränkte oder fehlende soziale Integration und mangelnde soziale Unterstützung krankheitsförderlich (House, Landis, Umberson 1988).

Wirkung sozialer Unterstützung

Die Wirkung ist mit einem Schutzschild zu vergleichen. Es handelt sich um eine wertvolle Ressource, die Stressoren abschwächen bzw. weniger bedrohlich darstellen. Untersuchungen zeigen, dass soziale Unterstützung die Körperreaktion auf Stress senken. Das sogenannte Bindungshormon Oxytocin, das bei sozialen Interaktionen ausgeschüttet wird, vermindert die Freisetzung von dem Stresshormon Cortisol.
Neben der biologischen Sicht, geht man davon aus, dass ein intaktes soziales Umfeld bzw. Netzwerk einen positiven Einfluss auf das Selbstwertgefühl hat. Außerdem sorgen Hilfestellungen von außen beim Bewältigen des Alltags, sei es zum Beispiel bei der Kinderbetreuung oder einer finanziellen Unterstützung für Entlastung. Belegt ist auch der Einfluss von sozialer Unterstützung auf gesundheitsförderndes Verhalten. Durch positive soziale Kontakte ist die Wahrscheinlichkeit für gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen in belastenden Lebenssituationen bei den Personen größer, die keine oder nur geringe soziale Unterstützung erfahren. Dabei ist besonders die soziale Kontrolle zu erwähnen. Ein intaktes soziales Umfeld sorgt als Vermittlungsinstanz zur Vermeidung von gesundheitsschädlichem Verhalten wie Rauchen oder übermäßiger Alkoholgenuss. Allerdings ist zu erwähnen, dass soziale Netzwerke auch als Negativmodell dienen können und z.B. durch Gruppenzwang das Gegenteil bewirken können.

Freundschaft als sozialer Halt

Fazit

Zusammengefasst hilft soziale Unterstützung bei der Bewältigung von beruflichen, privaten und gesundheitlichen Problemen. Die Person ist psychosozial stabiler und handlungsfähiger. Der Gedanke, dass in Belastungssituationen Unterstützung vorhanden ist, stellt einen wichtigen Schutzfaktor für Stress dar. In verschiedenen Stressbewältigungsprogrammen ist das soziale Netzwerk und die soziale Unterstützung als eine der wichtigsten Ressourcen zum Aufbau von Resilienz dargestellt.

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